Chronik des Verbandes der Geflügelzüchter im Herzogtum Braunschweig (1895 bis 1918) KV Braunschweiger Rassegeflügelzüchter der Tradition verbunden - der Zukunft zugewandt Die Braunschweiger Region war schon immer für die Rassegeflügelzüchter eine geschichtträchtige Gegend.  Der Geflügelzuchtzuchtverein Braunschweig wurde bereits 1860 gegründet und ist damit einer der ältesten  Vereine in Deutschland. Heinrich Marten, Lehrte, hielt schon 1879 seine erste Geflügelausstellung in  Braunschweig ab, um seine umfangreichen Importe -vorwiegend aus England- dort vorzustellen.  Auch der “Klub deutscher und österreich-ungarischer Geflügelzüchter”, der Vorläufer unseres heutigen  Bundes, wurde ab 1882 von Hugo du Roi, Braunschweig, als Präsident geleitet. Hugo du Roi, als  Zigarrenfabrikant in der Stadt ansässig, war zu dieser Zeit schon ein international bekannter Züchter.  Da das Herzogtum Braunschweig unter der Regentschaft Sr. Königlichen Hoheit Prinz Albrecht nicht zum  Staat Preußen gehörte, war es naheliegend, dass die dortigen Geflügelzüchter auch die Gründung einer  Dachorganisation  für ihr Land anstrebten, zumal schon etliche Landes- und Provinzialverbände im damaligen  Reich bestanden. Daraufhin kam es im Jahre 1895 zur Gründung des “Verbandes der Geflügelzüchter im  Herzogtum Braunschweig”. Vorsitzender wurde Hugo du Roi, als 2. Vorsitzender amtierte Rittergutsbesitzer  von Kaufmann. Angeschlossen waren dem Verband zunächst die Vereine Wolfenbüttel, Helmstedt,  Schöningen, Oker, Goslar und Seesen. Die erste Generalversammlung fand am 6.9.1896 in Schöppenstedt  im Hotel “Zoll” statt. Im gleichen Jahr wurde auch die erste Verbandsausstellung, ebenfalls in Schöppenstedt,  durchgeführt.  Etwa um 1900 gehörten dem Verband außer den Vereinen für Geflügelzucht auch zwei  Kaninchenzüchtervereine an.  Auf Wunsch des Herzoglichen Staatsminsteriums und der Landwirtschaftskammer sollte im Jahre 1903 eine  Kommission die Nutzrassen festlegen, auf welche die staatlichen Ehrenpreise vergebe werden konnten.  Diese Rassen werden hier noch einmal aufgeführt, weil die zum Teil unterschiedlichen Ansichten, zum  Beispiel auch gegenüber dem Provinzialverband Hannover, recht interessant sind.  Es wurden genannt: Ramelsloher, Bergische Kräher, Lakenfelder, Thüringer Pausbäckchen, Ostfriesische  Möven, Bergische Schlotterkämme, Deutsche Krüper, Hamburger, sämtliche Italiener, Minorka, Andalusier,  Dorking, Houdan, Creve-coùr, LaFlèche, Faverolles, Mechelner, Wyandottes, Nackthälse, Rotkappen,  Plymuth Rocks, Langshan, Orpington, Dominikaner; Truthühner; Emdener-, Toulouser-, Italiener- (?) und  Pommersche Gänse; Rouen-, Peking,- Alesbury-, Cuyaga-, Duclair- und Indische Laufenten; an Tauben  Coburger- und Nürnberger Lerchen, sämtliche glattfüßigen Farbentauben, deutsche Trommeltauben, Strasser,  Florentiner, Luchstauben, glattbeinige Mohrenköpfe, sämtliche Brieftauben; als Nutzkaninchen wurden  gerechnet Belgische- und Lothringer Riesen.  Diese Aufzählung gibt Aufschluss über die damals schon vorhandene Rassenvielfalt, ob wirklich alle  genannten zu den Nutzrassen zählten, mag aus heutiger Sicht dahingestellt bleiben.  Auf einer Verbandsausstellung in Braunschweig im Jahre 1905 wurde das Prinzip der Einzelausstellung  einstimmig beschlossen und durchgeführt. Für diese Schau wurden als Preisrichter vorgeschlagen: für Hühner  und Großgeflügel Marten sen., Lehrte, Ronneberg, Wernigerode und Voß, Hannover, Siede, Magdeburg und  Krans, Halberstadt, sollten die Tauben richten. Die Preisrichterwahl wurde vom Verband, nicht durch den  veranstaltenden Verein vorgenommen.  Im Jahre 1906 stellte der Braunschweiger Verband an die Landwirtschaftskammer den Antrag, die Rhode  Islans (Rhodeländer) als Nutzrasse anzuerkennen. Der Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die  Rasse zu wenig bekannt sei und erst einmal auf Ausstellungen gezeigt werden sollte.  In den darauffolgenden Jahren gab es zwischen den einzelnen Vereinen immer wieder Unstimmigkeiten  wegen der Durchführung der Verbandsausstellungen. Es ging in erster Linie um Terminüberschreitungen  bzw.  zu kurzfristige Terminfolgen mit den großen Schauen des Braunschweiger Vereins. Besonders der  Schöppenstedter Verein führte zu diesem Thema massiv Klage.  Für dieFolgezeit bis zum ersten Weltkrieg stehen leider keine Unterlagen zur Verfügung, so dass dieser  Zeitabschnitt nicht behandelt werden kann.  (Auszug aus der Chronik 125 Jahre Landesverband Hannoverscher Rassegeflügelzüchter, 2004)